11.05.2017

Eindrücke, Eindrücke, Eindrücke


Der DREIKLANG präsentierte seine Schatzkammer am Fluss

Alle Register zogen die DREIKLANG-Städte Saalfeld/Saale, Rudolstadt und Bad Blankenburg Mitte dieser Woche, als die Landesjury zur Auswahl des Gastgebers der Landesgartenschau 2024 (LGS) in das Städtedreieck am Saalebogen kam.

In gut drei Stunden erlebten 15 Frauen und Männer der Auswahlkommission – unter Vorsitz von Dr. Klaus Sühl, Thüringer Staatssekretär für Infrastruktur und Landwirtschaft – bei strahlendem Sonnenschein den Reichtum der Dreiklangregion am Fluss. Das Gremium umfasste weitere Referatsleiter diverser Thüringer Ministerien und Vertreter der TTG, der Landes- und Fachverbände Gartenbau und Landschaftsarchitekten, der Naturparkverwaltung sowie der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Hessen und Thüringen.

Begonnen wurde im Saalfelder Residenzschloss. Nach einem Orgelintermezzo durch Klaus-Peter Marquardt und Begrüßung durch Saalfelds Bürgermeister Matthias Graul erläuterte Andreas Jaeger, Stadt- und Regionalentwicklung bei der LEG Thüringen, die LGS-Bewerbung der drei Städte, die unter dem Motto „Dreiklang am Fluss“ steht. Graul verdeutlichte die Wechselwirkung der Landesgartenschau im Dreiklang und die Landestourismuskonzeption sowie weitere zentrale Ziele u. a. die Schaffung von Lebens- und Grünräumen, die unter umweltpolitischen und ökologischen Gesichtspunkten gestaltet werden, sowie neuer Naherholungsangebote und Möglichkeiten der wohnungsnahen Freizeitgestaltung. Dabei zitierte er auch Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, der zum Neujahrsempfang 2016 sagte: „Gemeinsames Handeln wie im Städtedreieck praktiziert, besitzt Leuchtkraft für ganz Thüringen. Alle drei Bürgermeister haben sich die weitere Entwicklung der Wirtschaft, die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, die gezielten Flächenentwicklungen und den weiteren Ausbau des Tourismus als die zentralen Aufgabenfelder und Arbeitsschwerpunkte auf die Fahnen geschrieben.“

In der Folge besichtigte die besondere Reisegruppe die LGS-Kernzone mit dem Saalfelder Schlosspark. Der Spaziergang führte weiter bis zum Zeiss-Steg und dem Blick in die Saaleauen. Er mündete in der Überquerung der Saale. Weiter ging es mit dem „Landkreis-Bus“ der KomBUS nach Bad Blankenburg vorbei am Mündungsbereich der Schwarza in die Saale. In der Kurstadt besah sich die Jury den Kurpark mit Antonius-Quelle und Fröbel-Denkmal. Den Abschluss bildete das Chrysopras-Wehr.

Den Schlusspunkt der Reise bildete der LGS-Bereich Rudolstadt. Die Schillerstadt zeigte dabei die Thüringer Bauernhäuser, den zentralen Heineparkbereich sowie die Saale-Aue der Großen Wiese. Der Bus war hier sogar auf dem Mittelweg unterwegs und ließ die Gäste somit erahnen, welches Potential die Landesgartenschau für die Stadt hätte.

Auf der Heidecksburg folgte eine Fragestunde der Mitglieder der Auswahlkommission an die Bewerber im Reithaus. Die Nachfragen der Jurymitglieder bezogen sich dabei dann eher auf Verkehr, Finanzen, anvisierte Besucherzahlen, Chancen und Risiken, Nachnutzungen sowie Begleitmaßnahmen und Städtebauförderung. „Insgesamt haben wir hier ein wunderbares Konzept. Jede Stadt hätte sich mit ihren Highlights auch einzeln bewerben können“, resümierte Detleff Wierzbitzki, Geschäftsführer der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Hessen und Thüringen und Elke Mohnhaupt, Referatsleiterin im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, fügte hinzu: „Ich bin sehr angetan, von dem was ich gesehen habe.“ Im Nachgang zog sich die Jury zur internen Beratung ins Jagdzimmer des Reithauses zurück.

Zwar hinterließ die Jury kein Urteil, aber es blieb ein gutes Gefühl zurück. „Wir konnten alles wunderbar präsentieren, was wir vorbereitet haben. Dass sich die Jury Zeit für alle drei Standorte genommen hat, zeigt, dass man unsere Bewerbung sehr ernst nimmt“, meinten die drei Bürgermeister Matthias Graul, Jörg Reichl und Frank Persike übereinstimmend.

Jetzt heißt es abwarten und hoffen im DREIKLANG am Fluss. Wenn man es mit dem Aberglauben hat, dann darf man im Städtedreieck getrost auf Glück hoffen – schließlich heißt es: Von Vögeln „angemacht‘ zu werden bringt Glück. Genau dieser „Glücksschiss“ traf Saalfelds Pressesprecher Christopher Mielke auf der Heidecksburg am Kopf. „Wenn das mal kein gutes Omen ist“, meinte sein danebenstehender Rudolstädter Kollege Alexander Stemplewitz. 

Fotos: Alexander Stemplewitz (Stadt Rudolstadt)